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Adi Hütter

Bundesliga

Eintracht-Fans boykottieren Montagsspiel gegen Union: Kurve bleibt leer

Foto: Oleksandr Osipov / Shutterstock.com

Eintracht-Fans boykottieren Montagsspiel gegen Union: Kurve bleibt leer

Die Fanszene von Eintracht Frankfurt gilt als besonders treu, als besonders kreativ, aber auch als besonders kritisch. Das äußert sich positiv in Rufen gegen Störer der Schweigeminute wie am Donnerstag vor dem EL-Spiel gegen Salzburg. Am Montag aber muss die Stimmung in Frankfurt unter einer Entscheidung der kritischen Fans leiden. Sie boykottieren das Montagsspiel gegen den 1. FC Union Berlin.

Zu Recht feiern sich die Fans von Eintracht Frankfurt in aller Regel gerne selbst ab. Zu Zehntausenden begleiten sie ihren Club auf den Reisen durch Europa, bei Heimspielen ist durchweg Gänsehaut-Atmosphäre mit etlichen Choreos und vorbildlichem Support, der nicht nur von der Kurze ausgeht. Zudem unterstreicht Boss Peter Fischer mit seiner Abgrenzung gegen die AfD, dass man bei der Eintracht den Kampf gegen Rassismus – anders als an so manch anderen Orten im Fußball – nicht nur als Lippenbekenntnis betreibt, sondern ernst meint. Und die Szenen vor dem Anpfiff gegen den FC Salzburg am Donnerstag unterstrichen diese Haltung des Gros der Eintracht-Fans noch einmal eindrucksvoll.

Störer hatten in die Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Attentats in Hanau hineingerufen. Zuerst wurden sie ausgepfiffen, dann skandierte das gesamte Stadion “Nazis raus!” Bundesweit wurde diese natürlich unabgesprochene Reaktion der Zuschauer in der Commerzbank-Arena gelobt.

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Fanprotest wird deutlich sichtbar sein

Der anschließende 4:1-Sieg mit zwischenzeitlicher 4:0-Führung sorgte dann auch in sportlicher Hinsicht für eine besondere Atmosphäre und die 47.000 Fans im ausverkauften Stadion sangen im Anschluss noch minutenlang.

Doch auf vergleichbare Szenen wird der geneigte Fußballinteressierte am Montag verzichten müssen. Der harte Kern der Fans hat beschlossen, das Montagsspiel gegen den 1. FC Union Berlin zu boykottieren. Dies hat nichts mit dem Gegner zu tun, sondern damit, dass man keine Montagsspiele unterstützen möchte. Diese sind vom Termin her komplett fanunfreundlich, was natürlich inbesondere für die jeweiligen Gästefans gilt.

Wirkungsvoller ist ein solcher Boykott, sprich: ein Fernbleiben aus der Kurve, aber, wenn man das bei einem Heimspiel tut, wie es die Fans nun entschieden haben. Die DFL als Betreiber der Bundesliga darf sich also auf eine leere Frankfurter Kurve einrichten – und das bei einer der stimmungsvollsten Fanszenen der gesamten Bundesliga. Es wird also keinen schönen Bilder von diesem Spiel geben, auch, wenn ansonsten noch genügend Zuschauer vor Ort sein werden.

Dass nicht alle Fans mit dieser Entscheidung konform gehen, zeigt unter anderem dieses Video von einer Diskussion unter engagierten Fans bei der Hessenschau. In jedem Fall hoffen die fernbleibenden Fans natürlich trotzdem auf drei Punkte gegen Union Berlin, in diesem Fall ohne ihre Unterstützung.

Hagen ist ein “alter Hase” im Fussball-Geschäft und gehört zu unseren erfahrensten Redakteuren. Am liebsten schreibt Hagen über Vereine aus dem “Pott”. Aber auch für internationale Top-Ligen und Wettbewerbe und die deutsche Nationalmannschaft hat er eine gewisse Zuneigung.

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